Bandweberei Kafka Wuppertal/ Langerfeld

EINE ZEITREISE IN DIE VERGANGENHEIT.

Funde von Geweberesten in Grabkammern der alten Ägypter belegen, dass die Weberei zu den ältesten Handwerken der Menschheit zählt. Ganz so weit geht die Geschichte der Weberei im Tal der Wupper zwar nicht zurück: aber bereits 1527 verlieh das Herzogtum Berg den Städten Barmen und Elberfeld das Monopol, Garne zu bleichen und zu verkaufen.

 

 

 

 

Damals siedelten sich in der Region Bleicher, Färber, Webereien und Maschinenfabriken an und die Textilproduktion in diesem dicht besiedelten Abschnitt avancierte im 19. Jahrhundert zum Motor der Industrialisierung. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung lebten von der Weberei.

 

 

DAS KOSTBARE ERBE VON JOSEPH-MARIE-JACQUARD.

1806 gelang dem Franzosen Joseph-Marie-Jacquard eine revolutionäre Erfindung, die die bisher in der Weberei übliche Nockenwalze durch das Endlosprinzip der Lochkartensteuerung ersetzte. Die Kettenfäden mussten nun nicht mehr mühsam von Hand gezogen werden; endlose Muster von beliebiger Komplexität waren so mechanisch produzierbar. Ein Loch in einer Karte aus stabiler Pappe bedeutet Fadenhebung, kein Loch heißt Fadensenkung. Genial einfach und einfach genial. Das Prinzip setzte sich durch: 1812 arbeiteten in Frankreich ca. 18.000 Jacquard-Webstühle.

 

 

 

 

 

 

Diese Blütezeit ist lange vorbei, aber bei uns sind auch heute noch 25 Jacquard-Webstühle im Einsatz, an denen die Zeit dank der liebevollen Pflege der Weber scheinbar spurlos vorbeigegangen ist. Die Bandweberei ist also ein Industriemuseum, mit Industriekultur vergangener Zeiten zum Anfassen.

 

 

 

 

 

 

Vor ca. 30 Jahren konnte diese Weberei mit der Herstellung von Etiketten und einfachen Bändern nicht mehr effizient arbeiten. Gerettet wurde die Bandweberei 1991 von Frauke Kafka. Sie steckte damals nicht nur ihr Geld, sondern auch jede Menge Herzblut – aber vor allem ihre außergewöhnliche Kreativität in den Betrieb und führte ihn fast 20 Jahre lang als lebendiges Museum erfolgreich weiter. Frau Kafka entwickelte eine einmalige Kollektion an traditionellen, alten Bändern –  farblich neu gestaltet –  und setzte in den folgenden Jahren zunehmend eigene Entwürfe für Webbänder um.

 

 

 

 

 

Um der ständig wachsenden Sammlung von Bändern, Literatur und Anschauungsmaterialien mehr Freiraum zu verschaffen, ist die Bandweberei Kafka im Sommer 2010 in neue großzügige, denkmalgeschützte Gebäude in Wuppertal-Langerfeld gezogen. Hier werden die Mitarbeiter und Freunde der Weberei engagiert dafür sorgen, dass die alten Webstühle und ihre Technik für kommende Generationen bewahrt werden

 

 

 

 

Heute wie damals sind wir aber ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das so oft wie möglich seine Türen öffnet und interessierten Besuchern diese alte Produktionsweise erläutert.

 

 

 

 

 

 

 

ALTE WEBSTÜHLE IN GANZ NEUEM LICHT.

Wie seit über 100 Jahren verrichten unsere 25 Jacquard-Webstühle treu und zuverlässig ihre Dienste und produzieren unbeirrbar Meter für Meter Bänder in Farben und Mustern, die mittlerweile schon Kultstatus haben; echte Raritäten, die von Liebhabern auf der ganzen Welt geschätzt werden. Dazu gehören neue Entwürfe von Frauke Kafka und alte Klassiker, aber auch Etiketten oder Initialen –  450 Muster umfasst das aktuelle Sortiment –  in unzähligen Farbvarianten. Tiere, Blumen, Engel, Ranken, Weihnachtsmotive, geometrische Muster, und und und… der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für ein Motiv werden bis zu 850 einzelne Lochkarten aus Pappe benötigt, die von den Webern in einer speziellen Maschine – dem Kartenschläger –  hergestellt werden. Diese einzelnen Pappkarten werden dann zu einem Endlosband zusammengenäht und in mühevoller Arbeit auf einem Webstuhl installiert. 

Danach beginnt das eigentliche Weben und Einrichten des Webstuhls. Die farbigen Garnspulen werden eingelegt, der Webstuhl liest die Vorgaben der einzelnen Pappkarten nacheinander aus und nach ein paar Zentimetern zeigt sich dann das Muster der Bänder.

 

 

 

 

FEINSTE QUALITÄT SEIT ÜBER 100 JAHREN.

Die Bandweberei Kafka geht aus einer Weberei in Wuppertal-Langerfeld hervor, die 1898 von Bernhard Mardey als "Mietfabrik" gegründet wurde. Seitdem rattern und knattern die liebevoll gepflegten Jacquard-Webstühle unermüdlich und produzieren zauberhafte Bänder in allen Variationen.

 

 

 

 

Die Bänder werden mit wertvollen und in den meisten Fällen

hier in Wuppertal gefärbten Baumwollgarnen gefertigt.

Hinzukommen für die Gestaltung und Design Lurex- und Viskose-Garne. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Statt liebloser Nummern haben alle Webstühle einen Namen

 

 

 

 

 

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