Jüdischer Friedhof *Am Weinberg*

 

 

 

Jüdischer Friedhof *Am Weinberg*

Der jüdische Friedhof am Weinberg ist ein Jüdischer Friedhof in

Wuppertal im Stadtteil Uellendahl- Katernberg.

Er wurde 1896 als Nachfolger des Alten Jüdischen Friedhofs an

der Weißenburgstrasse angelegt und steht seit 1985 unter Denkmalschutz

 

Auf dem 1900 angelegten Friedhof vertritt jedes Grabfeld einen anderen

zeittypischen Stil der Grabsteingestaltung, denn die Gräber werden­ ge­mäß

jüdischer Tradition nur einmal belegt. ­Typisch ist auch der steinerne

Anblick der Gräber, denen jede Bepflanzung fehlt.

 

 

 

Bekannte Elberfelder Bürger mit Grabstätten auf dem Friedhof sind

der Rabbiner Dr. Zacharias Auerbach, die Rabbinerfamilie Dr. Joseph Norden 

und der engagierte Bürger Max Simon.

Ein Teil der Gräber stammt aus der Nachkriegszeit, viele der

Verstorbenen waren Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. 

Der Friedhof ist, außer am Sabbat und an jüdischen Feiertagen, geöffnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem 11.979 m² großen Friedhof befinden sich Erbbegräbnisse 

renommierter Familien und die Grabstätten gefallener

Soldaten des Ersten Weltkrieges. 

Grabstätten von Opfern des nationalsozialistischen Unrechtsregimes, 

wie das von Oswald Laufer, und von Menschen, die sich durch Suizid 

dem Terror entzogen, sowie Gedenksteine für die Opfer des Holocaust

erinnern an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte.

 

 

Einblicke in schwarz/weiß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weil im Tode alle Menschen gleich sind, finden sich bis Mitte

des 18. Jahrhunderts gleichförmige Grabsteine.

 

Einer der fundamentalsten israelitischen Glaubensgrundsätze, die Unantastbarkeit der Totenruhe, führte dazu, dass Gräber und Grabmale über Jahrhunderte erhalten bleiben, dass die jüdischen Friedhöfe über Generationen hinweg „wachsen“, während auf anderen Friedhöfen immer wieder – nach Ablauf von Ruhefristen – einzelne Gräber oder ganze Grabfelder geräumt werden.
 
Das jüdische Grab wird von den Gemeinden nicht eingeebnet und der Stein bleibt bestehen. Bei Platzmangel legt man eine Schicht Erde über ein Grab und bestattet einen Toten über dem anderen. Eindrucksvoll ist dies beim Alten Jüsischen Freidhof in Prag zu sehen. Dies hängt mit dem jüdischen Glauben an die Auferstehung der Toten nach dem Eintreffen des Messias zusammen.

Blumenschmuck ist in der jüdischen Tradition nicht üblich, stattdessen werden kleine Steine auf die Grabplatten gelegt. Die Gräber lässt man mit Efeu und Gras überwachsen. Nach dem Besuch des Friedhofs wäscht man sich die Hände, weil die Nähe der Toten kultisch unrein macht.

In Deutschland sind die jüdischen Friedhöfe in der Regel am Sabbat geschlossen. Die Halacha (eine Art jüdisches Ehrenrecht) gestattet es nicht, am Sabbat Tote zu begraben oder dort Tätigkeiten zu verrichten.

Warum liegen Steinchen auf den Gräbern?

 

Es ist zunächst die praktische Funktion des Dofèk (Steine) der als eine
Art Riegel oder Sperre das unbeabsichtigte Wegrollen oder Verrutschen
des meist runden Golèl (Grabsteins) verhindern soll, zugleich ist es aber im
Wortsinn auch ein „Anklopfen“ (des Steinchens an den Grabstein) und deshalb
auch ohne die frühere praktische Funktion als „Gruß“ an den Toten zu verstehen. 
 

Der Natlah (Waschtasse)

 

Das Händewaschen nimmt im Judentum eine zentrale Rolle ein. Für orthodoxe Juden ist es ganz normal, dass nach dem Aufstehen, vor dem Essen, vor dem Gebet, nach dem Toilettengang oder dem Besuch eines Friedhofes die Hände gewaschen werden. Zu dem Zweck gibt es ein spezielles Gefäss, welches Natlah genannt wird.

Bei dem Natlah handelt es sich um eine Art grössere Tasse mit einem oder zwei Henkeln. Wir füllen es mit Wasser und waschen damit unsere Hände dreimal rechts und dreimal links oder umgekehrt. Jeder nach seinem individuellen Minhag (Brauch). Aus kabbalistischen (traditionellen) Gründen sollte die rechte Hand zuerst gewaschen werden, denn sie representiert Güte (Chesed).

Auch für nichtjüdische Männer ist es Pflicht, auf einem jüdischen Friedhof ebenso wie in einer Synagoge eine Kopfbedeckung zu tragen (Kippa oder Hut).

 

 

 

 

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