Schloss Lüntenbeck

 

Schloss Lüntenbeck ist eine ehemalige Wasserburg und war

eines der 12 Rittergüter im Amt Solingen. 

Das in seiner Anlage weitgehend unverändert erhaltene Gut ist eines

der ältesten Bauwerke Wuppertals. Es ist ein wichtiges Zeugnis

für die Geschichte des Menschen. Die Gebäude stammen

aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

Das Schloss steht im Westen der Stadt und gehört zum 

Stadtbezirk Vohwinkel. Die Anlage ist umgeben von einem

Waldstück, dem Tescher Busch und drei Teichen. 

 

 

 

 

 

 

Der Rittersitz wurde bereits 1217 als ein Hof des 

Damenstiftes Gerresheim erstmals urkundlich erwähnt,

aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich das

starke Kellergewölbe des jetzigen Herrenhauses.

 

 

 

 

 

Die Räumlichkeiten des Haupthauses werden sowohl für private

wie auch für geschäftliche Veranstaltungen – zum Beispiel

Tagungen und Seminare – vermietet. Das Standesamt Wuppertal

vollzieht im Saal des Haupthauses standesamtlicheTrauungen.

 

 

 

Der Mühlenturm und das östliche Fachwerkhaus, vermutlich als Verwaltungshaus

gebaut, wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg gebaut und stammen

wie das zweieinhalbgeschossige Hauptgebäude, mit angebautem Turm,

aus der Zeit des Hochbarock. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gebäude wurde von einer weitläufigen Vorburg 

mit ihren Wirtschaftsgebäuden umgeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 1784 erwarb Johannes Plücker das Schloss vom Freiherrn von (dem) Bottlenberg.

Nach dem Tod Johannes Plückers ging Schloss Lüntenbeck in das Eigentum

seines Schwiegersohns, des Königlich Preußischen Konsistorial- und Regierungsrates 

Karl Ludwig Pithan, über. Pithans Enkel, Konsul Karl Pithan-Hülsenbeck,

verkaufte Schloss Lüntenbeck im Jahre 1889 dann an Gustav Römer.

Im 20. Jahrhundert erwarb die Stadt das Schloss.

 

 

 

 

 

 

 

Bekannt ist das Schloss für den zweimal in der 

Adventszeit stattfindenden Lüntenbecker Weihnachtsmarkt.

Jeweils Samstag und Sonntag am 2. und 3. Adventswochenende

 

 

Geschichtliches

Quelltext: wuppertal-vohwinkel.net, Dr. Antonia Dinnebier

 

Schloss Lüntenbeck - gebaut aus Holz und Lehm und Stein

Als Schloss Lüntenbeck erbaut wurde, waren Fachwerk und Holz die gebräuchlichen Baustoffe im Wuppertal. Auch unter den Gebäuden des Lüntenbecker Hofes fallen einige noch heute durch das Schwarz und Weiß ihrer Fachwerkfassaden ins Auge. Das Baumaterial fand sich gewissermaßen vor der Tür: Eichenholz für das Balkengerüst wuchs in den umliegenden Wäldern, Weiden und Lehm für die Ausfachung fanden sich in der Talaue. Die Dächer deckte man damals mit Stroh, das auf den Feldern als Nebenprodukt des Getreideanbaus anfiel.

In Elberfeld allerdings brannte im 16. Jahrhundert mehrfach nieder, weil die meisten Häuser aus diesen feuergefährlichen Materialien bestanden. 1825 brach auch in Lüntenbeck ein verheerendes Feuer aus, dem Stallungen, Scheune und Remise zum Opfer fielen. Unter den noch erhaltenen Fachwerkbauten ist auch der Mühlenturm, dessen Holzgerüst sich allerdings hinter der Fassade verbirgt. Auf den zwei Seiten ist der Turm mit Schiefer verkleidet, einem hochwertigen Schutz gegen Regen wie Feuer. Schiefer bedeckt auf die Dächer von Turm und Haupthaus. Das Material konnte nicht aus der näheren Umgebung bezogen werden und erfordert gute Handwerkskunst. Kein Wunder also, dass man sich für die weniger öffentlichen Seiten des Mühlenturms mit geschindelten Fassaden begnügte. Schindeln waren damals so eine Art Schiefer für Ärmere. Die Holzplättchen waren schließlich einfach aus eigenen Bäumen herzustellen. Bei der Restaurierung dagegen mussten die Schindeln aus Österreich beschafft werden.

Für andere Gebäude griffen die Lüntenbecker Herren im 17. Jahrhundert auf Stein zurück. Sichtbar ist der Naturstein an Torbogen und Backhaus. An der Fassade des Haupthauses dagegen verbirgt sich der Stein hinter einer Putzschicht mit farbigem Anstrich. Nach mehrmaligen Umbauten gab man dem Bau im Barock damit ein einheitliches Aussehen. Als so genanntes "adeliges Haus" hatte das Wohnhaus der Herren gehobenen repräsentativen Ansprüchen zu genügen. Die Verwendung von Stein bedeutete damals nicht nur geringere Feuergefahr, sondern auch ein höheres Prestige, denn ein Steinhaus wies den Wohlstand des Bauherrn aus. Der war bei den Freiherren von dem Bottlenberg gen. Schirp vorhanden. Der Stein ließ sich gleich neben dem Schloss brechen. Auch dieser Baustoff erforderte also keine Transportswege. Der Felsen war zwar einfach da, doch das Steine zu brechen, war eine schwere Arbeit und das machte das Baumaterial kostbar. Die "Felsenburg" ist heute jedem Lüntenbecker seit Kindertagen ein Begriff, denn hier lässt es sich ganz schön gefährlich klettern. Das Gestein, das durch den früheren Abbau noch heute als Felswand gut zu sehen ist, besteht aus Dolomitkalk. Der Felsen ist heute als geologisches Naturdenkmal geschützt.

Sand zum Mauern kam übrigens aus einer ebenfalls zum Gut gehörenden Sandgrube auf dem Gelände der heutigen Müllkippe. In den Vertiefungen von Dolinen, die sich im Kalksteine bilden, war nach der Eiszeit der Sand zurückgeblieben. Für den Hausbau in Lüntenbeck und Sonnborn wurde er in mehreren Gruben abgebaut. Fritz Römer pflegte in seiner Kneipe am Sandfeld noch mit dem feinen Sand die Biertische abzuschrubben.

Nach dem Brand hielt ein neuer Baustoff in Lüntenbeck Einzug, der Ziegel. Der damalige Lüntenbecker Herr Carl Ludwig Pithan ließ die abgebrannten Nebengebäude nicht nur umgehend wiederaufbauen, sondern errichtete dazu zunächst eine eigene Ziegelei. Sie befand sich in Broscheid, was die alte Flurbezeichnung der Gegend am heutigen Sportplatz Lüntenbeck ist. Die Ortswahl dürfte sich durch den offenbar dort anstehenden Lehm erklären, den Pithan in der Ziegelei zu Ziegelsteinen und Dachpfannen verarbeiten ließ. So gelang es ihm, in kurzer Zeit ausreichende Mengen eines brandsicheren und modernen Materials zu geringen Kosten zu beschaffen. An Scheune und Stall kann man es sehen. Als der spätere Besitzer Karl Römer dagegen das heutige Ateliergebäude 1906 erheblich erweiterte und aufstockte, erhielt es eine Putzfassade.

 

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