Wallfahrtsdom Neviges

 

 

Allgemeine Bedeutung des Doms

Die neue Wallfahrtskirche "Maria Königin des Friedens" hat weltweit große Beachtung

und Bewunderung gefunden. Herausragend aus dem Nevigeser Ortsbild erscheint sie

von weitem wie eine expressionistische Monumentalplastik, in der einzelne Baukörper

zu einer kristallinen Form zusammengefügt sind. Doch passt sich der Bau im engen Tal

durchaus der umliegenden Berg- und Hügellandschaft an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bedeutung des Standorts

Gleichzeitig wird in der Baukonstruktion noch eine andere Idee erkennbar: Auf einer

leichten Anhöhe gelegen und erreichbar über einen breiten, zum Teil über Stufen

ansteigenden Pilgerweg, wird der "Mariendom" zum Zeichen für das Ziel der

christlichen Wallfahrt: die "Stadt Gottes auf dem Berge". Tatsächlich lassen sich am

gesamten Bauwerk viele Stadtelemente ausmachen: unterschiedlich hohe Außenwände

wirken wie eine Häuserfront, da sie in Giebeln abschließen; das Dach deutet mit seiner

vielfältigen Gliederung Turmspitzen an.

 

 

 

 

 

 

Die äußere Form

Die äußere Form lässt durch die besondere Gestalt des Daches mit seinen auf mehrere Spitzen zulaufenden unregelmäßigen Flächen die Kirche wie ein großes Zelt erscheinen. Das Zelt ist ein Zeichen des "Unterwegs-Seins". Das zweite Vatikanische Konzil definiert Kirche "als eine Gemeinschaft aus Menschen ... auf ihrer Pilgerreise zum Reiche des Vaters". 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterhalb der ersten Empore befinden sich eine Mariendarstellung,

eine geschnitzte Figur "Selbdritt", d.h. die hl. Mutter Anna mit

ihrer hl. Tochter Maria und dem hl. Jesuskind in ihrer Mitte 

 

 

Das Erlösungsfenster

In dem sogenannten "Erlösungsfenster" fällt auf den ersten Blick das Mariensymbol

auf, die große Rose, die am Stamme eines Baumes erblüht, der breit und kräftig in die

Höhe wächst und sich oben zum Kreuz der Erlösung ausbildet. Seine violette Farbe

deutet auf die Passion hin: Christus erlöst die Menschheit am Kreuz; Maria ist

Mitwirkende an seinem Erlösungswerk. Sie blüht schon vor seinem Tod unten am

Stamm des Kreuzes als die "Rose ohne Dornen". Haupt und Wundmale des

Gekreuzigten werden durch rote Trauben angedeutet, dazwischen verteilen sich weiße

Glasstückeund Corpus und Dornenkrone an. Diese Zeichen weisen auf die Eucharistie

hin, bei der sich auf dem Altar immer wieder neu unter den Gestalten von Brot und

Wein der Kreuzestod Christi, "das Werk unserer Erlösung vollzieht"

(Zweites Vatikanisches Konzil).

 

 

 

 

Das Pfingstfenster

Die in Maria begonnene Erlösung wird vollendet durch die Herabsendung des Heiligen

Geistes (Pfingsten). Im Fenster kommt der Geist Gottes im Bild der roten Wolke auf

die Welt "mit Sturm und Feuersgluten". Das Grau der Sünde hat an Umfang verloren;

die Farben der Schöpfung im Hintergrund haben sich aufgehellt in lichte und kräftige

blaue Töne. Der Erdkreis, am unteren Rand erscheint bereits ganz in Rot getaucht und

geisterfüllt. Auch die Menschen, dargestellt im Bild der Häuser einer Stadt, haben sich

vom Geist Gottes ergreifen lassen und ihn bei sich aufgenommen. Sie sind das "Licht

der Welt".

 

 

Marienstele

 

 

Das Fischfenster

Das Fenster in der Marienkapelle - das Fischfenster - beeindruckt durch seine starke Farbigkeit. Das Bildmotiv zeigt eine Rose, die voll erblüht ist und sich in einzelne Blütenblätter aufzulösen beginnt. Im Blütenaufbruch bringt sie einen Fisch hervor, der sehr ausgeprägt mit Kopf und Schuppenleib gestaltet ist. Der Fisch ist ein frühchristliches Symbol für Christus. Die Farben Blau, Grün und Rot, die gleichgewichtig das Bild beherrschen, sind alte Symbolfarben für die drei göttlichen Tugenden, die Grundelemente des christlichen Lebens: Glaube, Hoffnung, Liebe. 

Maria, die Magd des Herrn, hat sich ganz in den Dienst seines Erlösungswerkes gestellt und bringt so Jesus, den Erlöser, das Fundament des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Welt.

 

 

 

Der Boden

Die Einheit von Weg und Ziel wird auch darin sichtbar, dass sich die

Backsteinpflasterung und die Straßenlaternen des

Pilgerweges in den Innenraum fortsetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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